Heiße Luft am Ring

Es ist schon fast traditionell, das DeLorean Treffen am Nürburgring. So auch dieses Jahr wieder zum AVD-Oldtimer Grand Prix 1998, bzw. dem dazugehörigen Markenclubtreffen. Organisiert hatte die Zusammenkunft in diesem Jahr Peter Scholten. Ob er das Wetter auch bestellt hatte war nicht in Erfahrung zu bringen, denn wie im vergangen Jahr, verwandelten die wohl einzigen richtig sonnigen Tage in diesem Jahr den Ring in einen einzigen Backofen.

Leider waren diesen Jahr nur insgesamt fünf DeLorean Eigner dem Lokruf des Markenclubtreffen erlegen. Was nicht an Peters Organisation lag, sondern wohl dem allgemeinen Trend entsprach. Dazu gleich mehr. Nach dem alle Fahrzeuge eingetroffen waren, wurden diese natürlich akkurat im uns zugewiesenen englischen Areal verstaut. Wo diese sofort das Interesse der spärlichen Besucher weckten, die unsere Wagen natürlich ausführlich Begutachten konnten.

Da an ein entrinnen aus der Hitze nicht zu denken war beschloß man, ebenfalls das Gelände zu sichten. Dort wurde dann offenbar, was wir erst nicht für möglich gehalten hatten. Die ehemals riesige Teilnehmerzahl des Markenclubtreffens war dieses Jahr auf eine traurige Häuflein zusammengeschrumpft. Es reichte gerade noch etwa anderthalb Parkplätze zu belegen. Fast alle Clubs konnten nur mit einer Handvoll Fahrzeugen aufwarten, viele waren dieses Jahr gar nicht vertreten.

Zwei unserer Wagen waren zum Markenclub-Corso zugelassen. Hier bei der Aufstellung, boten sie ein sehr imposantes Bild.

Dies dürfte die Quittung für die Veranstaltungspolitik der letzten Jahre sein. Indem man die Markenclubs auf die Parkplätze außerhalb des Rings verbannte, um den ganzen Ring während des Oldtimer Grand Prix befahrbar zu machen, vergraulte man die Masse, zugunsten einer privilegierten Minderheit. Doch mit dem Ausbleiben der Markenclubs fallen natürlich auch dessen Besucherzahlen, und ich glaube nicht das es im Sinne des Veranstalters ist, Rennen quasi unter Ausschluß der Öffentlichkeit zu fahren. Denn die leeren Ränge waren später auch beim Markenclub-Corso, an dem wir natürlich auch teilnahmen, offensichtlich. Lediglich die Boxengasse war belebt. Soweit zu diesem Thema.

Auf dem Ring zu fahren macht wirklich Spaß, unwillkürlich versucht man die Idealline zu finden. Hier auf der Anfahrt zur Zielgeraden lag die Höchst- geschwindigkeit bei etwa 100 Km/h mit geöffneten Türen. Nachahmung auf normalen Straßen sei nicht empfohlen!

Bereits bei der Anfahrt bemerkte ich das meine Kupplung nicht mehr so richtig trennen wollte. Während des Markenclub-Corso verschlimmerte sich die Situation, so das ich froh war aus eigener Kraft wieder den Parkplatz zu erreichen. Bei einem kurzen Check stellten wir fest, das mein Hauptkupplungszylinder wohl die besten Tage schon hinter sich hat, und dringend getauscht werden muß. Zumindest sollte er aber noch für die Heimfahrt durchhalten, außerdem stand noch ein gemeinsamer Restaurantbesuch an, in dem Peter für uns reserviert hatte.

Nun gut, meine Kupplung hielt durch, wenngleich ich zeitweise nicht Schalten konnte. Aber es schien nicht mein Tag, weniger später beim verlassen einer Rheinfähre, setzte der Wagen vorne derart hart auf, das sich die Kühleraufhängung verzog. Damit nicht genug, begann doch nur wenig später die Benzinpumpe bedrohlich an zu surren. Ich war froh als wir das Restaurant endlich erreichten. Nach gutem Essen und netten Gesprächen nützte ich die Nacht um bei abgeklungenen Temperaturen den Wagen ohne weitere Probleme die 250km nach Hause zu bringen.

Die verbliebenen übernachteten bei Peter Scholten. Am darauffolgenden Sonntagmorgen Frühstückte man gemeinsam in einem Café am Rhein, um sich danach auf zu machen, und die berühmte Nordschleife des Nürburgrings zu befahren, dies war für alle natürlich ein besonderes Erlebnis. Am Mittag traten dann alle den Heimweg an.

Als Resümee bleibt folgendes. Wäre da nicht das hervorragende Engagement von Peter Scholten, und die netten Gespräche gewesen, könnte man dieses Jahr vom Markenclubtreffen als einen Reinfall sprechen. Hier sollten die Verantwortlichen schnellstmöglich handeln, bevor das Kind komplett in den Brunnen gefallen ist.

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