Giugiaro die beste Adresse für Sportwagen

Italdesign und Giugiaro wurden mit Supersportwagen weltberühmt, denn für Giorgetto Giugiaro und seine Designfirma Italdesign gibt es in den 70er-Jahren nichts älteres als die Designstudie von gestern.

Giorgetto Giugiaro mit zwei seiner aufregenden Italdesign Kreationen. Dem "Aspid" (l.) von 1988 und dem ersten Italdesign Produkt dem "Manta" von 1968 (r.)

1970 gelingt Ital Design mit einer völlig neuen Stilrichtung im Autodesign der große Durchbruch. Giugiaro kreiert eine Keilform mit harten Kanten und glatten Flächen. Dieser ,,Faltpapier" Look wird zur bestimmenden Stilrichtung der 7Oer Jahre. Moderne Autos sehen nun aus, als hätte man sie aus Faltpapier-Bastelbögen zusammengepackt. Damit formuliert Italdesign eine radikale Absage an die rundliche Formensprache der zurückliegenden Jahrzehnte. Was in den Sportwagenstudien VW-Porsche 914/6 ,,Tapiro" und Maserati ,,Boomerang" mit lautem Geschrei zur Welt kommt, wird in den nächsten Jahren in abgeschwächter Form nicht nur Sportwagen wie Lotus Esprit oder den DeLorean prägen. Neben Coupés wie Alfetta GT; Alfasud Sprint und VW Scirocco adaptiert Ital-design seine Faltpapier-Keilform auch für Kompaktwagen wie VW Golf und Lancia Delta und für so stattliche Limousinen wie den Maserati Quattroporte. Die spektakuIären Supersportwagen, die Giorgetto Giugiaro zu seiner großartigen Karriere bei Bertone und Ghia verhalfen und danach den makellosen Ruf von Ital Design begründeten, hörten in der zweiten Hälfte der 7Oer-Jahre plötzlich auf, spektakulär zu sein. Der in 457 Exemplaren in einer deutsch-italienischen Koproduktion gebaute BMW Ml mag technisch ein ganz hervorragendes Auto sein, visuell ist er der wohl unspektakulärste Mittelmotor-Sportwagen aller Zeiten. Auch die Designstudien aus Moncalieri regen nun niemanden mehr auf. Lamborghini ,,Marco Polo", Lotus ,,Etna", die drei Versionen von ,,Maya", die ein Großserienhersteller wie Ford hätte übernehmen sollen, sind allesamt lauwarmer Kaffee. Am meisten Pep hat da noch der glücklose Sportwagen DMC 12 des John Z. DeLorean, von dem in den Jahren 1981 und 82 in Nordirland 8700 Exemplare gebaut wurden. Der schlanken ruhig-eleganten Linie sieht man auf den ersten Blick gar nicht an, daß der V6-Euromotor nicht vorne im Bug steckt, sondern hinter der Hinterachse hängt.

Italdesign ist überall dabei, wo´s rausraucht: DeLorean...

...noch bevor die Zeitmaschine von Doc Brown zurück in die Zukunft aufbrach

Trotzdem ist der DeLorean ein echter eyecatcher. Da sind einmal seine Proportionen, die ihn flach und breit und schlank wie einen Leguan durch die bodennahen Luftschichten huschen lassen. Dann ist da seine Haut aus unlackiertem, rostfreiem Edelstahl. Und dann sind da noch Flügeltüren, wie es sie seit dem Mercedes 300 SL aus den 5Oer-Jahren nicht mehr gegeben hat. Die letzten beiden Gimmicks gehen aber mehr auf das Konto von John Z. DeLorean als auf das Konto von Giorgetto Giugiaro.

Der hat während der Benzinpreiskrise 1973/74 seinen Enthusiasmus für Sportwagen verloren, wie er selbst gesteht: ,,Ich habe dazu beigetragen, da0 flache Autos mit langen Motorhauben modern wurden. Jetzt ist es an der Zeit, dies zu ändern." Was nun folgt, sind kurze und hohe Autos wie Fiat Panda und Uno. Giugiaro sagt seiner Studie MegaGamma von 1978 - optisch einem Kompaktwagen im X-Large-Format - mehr Bedeutung nach als allen seinen Sportwagen. Giorgetto Giugiaro, der übermütige Sportwagenenthusiast der 6Oer- und frühen 7Oer-Jahre, ist plötzlich vernünftig und verantwortungsbewußt geworden.


Hier ein Stichpunktartiger Überblick über Italdesign Sportwagen aus den 70er Jahren.

1969 -„Iguana" auf einem Chassis des Alfa Romeo Tipo 33 Stradale. Diesen Stil wird man bei Maserati Bora und Merak, bei Alfetta GTV und auch beim Alfasud Sprint wiedersehen. 1970 - „Tapiro" oder wie sich Italdesign den VW-Porsche 914/6 vorstellt. Die Keilform mit glatten Flächen und harten Kanten läutet eine völlig neue Stilrichtung ein.

1971 - Maserati Bora oder was vom Iguana in Serie geht. Mit anderer Motorhaube als der Merak. Die Linienführung für einen Mittelmotor-Supersportwagen ist ungewöhnlich ruhig und elegant. 1972 - „Boomerang" der große Sensationsdarsteller von Italdesign auf Maserati Bora-Chassis. Der Keil an sich. Stilistisch eine radikale Evolution von Tapiro

1972 - Lotus Esprit oder was von einem Keil wie Boomerang in Serie gehen kann. Dieses „Faltpapier"-Design wird zur bestimmenden Stilrichtung der 70er Jahre: VW Passat, VW Golf, VW Scirocco, Lancia Delta... 1975 - DeLorean „Prototyp", direkter Nachfolger der Boomerang/Tapiro Designlinie.

1978 - BMW M1. Nicht einmal mehr halb so aufregend anzusehen wie Esprit, Bora oder Iguana. Hat es je einen optisch langweiligeren Mittelmotor-Sportwagen gegeben? 1981 - DeLorean DMC 12, bis 1982 in 8700 Exemplaren produziert. Stilistisch aus der Esprit/Boomerang/Tapiro-Schule.

Am Heck des DeLorean wiederholt Italdesign das stilistische Thema des Lotus Esprit von !972 Optisch könnte der DeLorean auch einen Frontmotor-Sportwagen sein. Seine major selling proposition sind die Flügeltüren.

Führt zurück zur Tour - Die Grundsteine werden gelegt

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