Kaufberatung für den DeLorean DMC-12

6. Andere Schwachstellen

Außer den weiter oben angeführten Problemen haben sich im Laufe der Zeit weitere Schwachstellen herausgestellt. Diese können bei einzelnen oder den meisten Fahrzeugen auftauchen, und Vorbesitzer sollten bezüglich dieser Schwachstellen spezifisch befragt werden.

Angegebene Arbeitsstunden sind realistische Schätzungen für eine gute Werkstatt, die diese Arbeiten zum ersten mal ausführt und keine Schwierigkeiten hat, englische Anleitungen zu verstehen. Bei den Schätzungen der Arbeitszeit ist die oft notwendige Nacharbeit bei Karroserieteilen mit eingeschlossen.

a. Karosserie

Hängende Türen

Wenn die Türen im offenen Zustand (vor allem bei kaltem Wetter) nicht ganz offenstehen, sondern langsam nach unten sacken, sollten die Gasdruckstoßdämpfer an der Tür ersetzt werden. Schwingt die Tür allerdings im unteren Bereich nur schwer auf, sollten die Torsionsstabfedern der betroffenen Türen neu eingestellt werden, was einen Arbeitsaufwand von wenigstens 2 Std. pro Tür darstellt.

Alte bzw. beschädigte Türdichtungen

Bei dem Alter, das die Fahrzeuge inzwischen erreicht haben, ist normalerweise ein Ersetzten der Inneren und äußeren Türdichtungen notwendig. Wird dies unterlassen, kann es sehr leicht zu Wasserschäden kommen. Die Arbeitszeit für den Austausch der kompletten Türdichtungen dürfte sich auf ca. 3 Std. pro Tür belaufen.

Beschädigtes Leder der Sitze

Da ein großer Teil der Fahrzeuge in US-Staaten mit heißem Klima gefahren wurde, und da die große Fensterfläche besonders der Windschutzscheibe das Fahrzeuginnere leicht aufheizen läßt, haben viele der Ledersitzte bereits Risse im Leder (nur die Sitzflächen und Vorderflächen der Rückenlehne sind aus Leder). Dies gilt für Fahrzeuge mit Schwarzem Innenraum noch mehr als für solche mit grauem Interieur.

Ledermanschette am Schalthebel

Die Ledermanschette am Schalthebel hat einen Rahmen aus Plastik, der sich in der Sonne innerhalb kürzester Zeit verzieht und aus dem Mitteltunnel herausspringt. Im Handel ist eine Manschette mit einem Stahlrahmen erhältlich. Die diesem Problem Abhilfe schafft. Der Einbau dauert meist nur wenige Minuten.

Risse im Armaturenbrett

Ebenfalls der Hitze wegen zeigen das Armaturenbrett und das Gehäuse der Instrumentengruppe oft Risse oder Verbrennungen in Form von braunen Stellen. Das Gehäuse der Instrumentengruppe ist nur noch sehr schwer zu bekommen. Der Einbau dauert beim Armaturenbrett ca. 4 Std., bei der Instrumentengruppe ca. 2 Std.

Wasserschäden an der Dachverkleidung

Wenn das Fahrzeug einmal undicht war, gibt es normalerweise Wasserschäden am Dachhimmel und den beiden Türhimmeln, die sich durch Verformung, Schmutzringe oder Loslösen des Stoffbezugs bemerkbar machen. Außerdem der Schaumstoff der als Deckenfüllung dient mit den Jahren auf, und läßt den Dachhimmel in Blasen herunterhängen. Der Dachhimmel muß Ausgebaut und frisch bezogen werden. Neue Dachhimmel sind nicht mehr erhältlich. Die Arbeitszeit für das Aus- und Einbauen beträgt ca. 3 Arbeitsstunden.

Risse in der oberen und unteren Motorraumabdeckung

Die aus relativ leichtem Material bestehenden Motorraumabdeckungen entwickeln bald Risse. Die unteren Abdeckung erzeugt Risse nahe ihrer Aufhängung an der Außenseite des Karosseriekörpers, meist dadurch, daß bei geöffneter unterer Abdeckung und kaltem Wetter (oder alten Gasdruckdämpfern) die obere Abdeckung auf der unteren aufliegt und diese durch Hebelwirkung aus den Scharnieren zu heben versucht. Die obere Abdeckung selbst ist zu schwer für die Materialstärke, was zu Rissen in der Abdeckung führt. Eine Verstärkung ist lieferbar, wenn sie noch nicht vorhanden ist, die Abdeckung auf Risse untersuchen und die Verstärkung so bald wie möglich einbauen.

Verzogene Sonnenblenden

In der Hitze direkt unter der Windschutzscheibe gelegen, halten die meisten Sonnenblenden nicht einmal einen Sommer, ohne sich vollkommen zu verziehen, Nach drei bis vier Jahren kann es vorkommen, daß sie buchstäblich zerfallen. Der Einbau neuer Sonnenblenden dauert meist nur wenige Minuten.

b. Chassis

Verformung am vorderen Subchassis

Eine besondere Schwachstelle am Chassis ist das vordere Subchassis am Querstabilisator, wo (besonders bei fehlenden Verstärkungen , sie SC-03-1/82) auf Risse und Verformungen geachtet werden muß.

Achsengeometrie

Die Geometrie der Vorder- und Hinterachse sollte auf jeden Fall überprüft werden, da eine Korrektur zwar durch geeignete Maßnahmen durchaus kein größeres Problem darstellt, aber aufgrund des hohen Preises der Reifen (besonders der Hinterreifen) unbedingt durchgeführt werden sollte. Fahrzeuge mit korrekter Geometrie sind relativ selten, wenn das Chassis tiefergelegt wurde (ganz gleich mit welcher Methode), sollte die Korrektur besonders des Sturzes unbedingt durchgeführt werden.

Lose Längslenkerbefestigungen

Die Längslenker der Hinterachsen werden an ihrer vorderen Aufhängung von einer Befestigungsschraube gehalten (trailing arm bolts) , die notorisch dafür sind, daß sie sich immer wider lockern. Die Verkleidungen unterhalb der Längslenker sollte entfernt und die Längslenkerhalterungen auf Beschädigungen untersucht werden. Sinnvollerweise sollte man sich zum gleichen Zeitpunkt vergewissern, daß die Befestigung tatsächlich fest ist.

Defekter Tachoantrieb

Sollte der Tachometer nicht funktionieren, so ist meistens ein trockengelaufener Tachoantrieb oder in diesen eingedrungenes Wasser schuld, das nicht nur zum Reißen der unteren Tachowelle, sondern auch zur Zerstörung der Umlenkgetriebes führt. Tachoumlenkgetriebe sind inzwischen selten und sehr teuer. Für den Einbau sollte man 1,5 Stunden rechnen.

c. Motor und Benzineinspritzung

Beim Motor gibt es nichts besonderes zu beachten, solange kein Verdacht der Überhitzung durch ein defektes Kühlsystem besteht.

Benzinpumpe lärmt

Wenn beim langsamen Fahren im warmen Wetter dumpfes Wummern aus dem vorderen rechten Fußraum kommt, oder wenn das Fahrzeug beim Anlassen mit warmem Motor Startschwierigkeiten hat, so ist das normalerweise ein Anzeichen einer defekten Benzinpumpe. Die Reparaturzeit beträgt ca. 1 Std.

„LAMBDA" Warnlampe leuchtet

Wenn die gelbe „LAMBDA" Warnlampe leuchtet, muß die Lambda Sonde ersetzt und der Warnlampenschalter an der Tachowelle zurückgestellt werden. Die Arbeitszeit beträgt ca. 1 Std.

d. Getriebe und Kupplung

Beim Schaltgetriebe gibt es wenig zu beachten, beim Fahrzeug mit Automatikgetriebe sollte man das Kühlsystem genau unter die Lupe nehmen, um evtl. auf Überhitzungsschäden schließen zu können.

Kupplung trennt nicht ganz

Bei manchen Fahrzeugen trennt die Kupplung nicht ganz, ihnen sollte die einstellbare Schubstange (siehe ST-07-9/82) eingebaut werden. Wenn die Kupplung bei warmem Fahrzeug jedoch funktioniert, so ist anzunehmen, daß sich die Druckleitung zwischen Haupt- und Kupplungszylinder, die im Original aus Kunstoff besteht verformt. In diesem Fall wird der Einbau eines Stahlummantelten Hydraulikschlauches empfohlen, des es allein oder in Kombination mit der justierbaren Schubstange zu kaufen gibt. Der Einbau dauert ca. 2 Std.

Kupplungszylinder leckt

Lecks am Kupplungszylinder werden meist nicht bemerkt, da der Zylinder oben auf dem Getriebe vor dem Motor angebracht ist, und außer bei einem größeren Leck keinerlei Flüssigkeit nach unten tropft (Stand der Hydraulikflüssigkeit nachsehen). Der Orginalzylinder hält oft nicht länger als zwei bis drei Jahre, da er in nächster Nähe eines Auspuffrohrs liegt. Reparatur ist unwirtschaftlich, er sollte ersetzt werden.

Kupplungshauptzylinder defekt

Wenn ein defekter Kupplungszylinder vorliegt, unbedingt den Hauptzylinder ebenfalls überprüfen, da er dann meist schon eine Weile halbtrocken gelaufen ist.

Gummimanschetten an Antriebswellen gerissen

Dies tritt besonders bei Fahrzeugen auf, die durch Verkürzen der Orginalfedern unsachgemäß zu tief gelegt worden sind.

e. Bremsen

Die Bremsscheiben sind zu klein dimensioniert für die Anforderungen, die hohe Geschwindigkeiten auf deutschen Autobahnen stellen. Rütteln in der Lenkung ist meist ein Zeichen für durch Überhitzung verzogene Bremsscheiben, wobei der Schaden oft so ist, daß eine Scheibe nicht mehr abgedreht werden kann (was sie ja noch dünner und hitzeempfindlicher macht), sondern gleich ersetzt werden muß.

f. Lenkung

Die Lenkung ist prinzipiell problemlos, bestenfalls bedürfen die Gummimanschetten der Spurstangen einer Überprüfung auf Risse.

g. Räder und Reifen

Die Felgen sollten unbedingt überprüft werden, ob sie rundlaufen. Einige Felgen kamen vom Werk her mit Seitenschlag in den Handel, was sich aber bei den relativ geringen Geschwindigkeiten in den USA nie bemerkbar machte. Die Reifen sollten auf ihre Abnutzung hin überprüft werden, besonders mit Hinblick auf Anzeichen für eine unzulässige Achsgeometrie, wiederum besonders bei tiefergelegten Fahrzeugen.

h. Kühlsystem

Das Kühlsystem ist (zusammen mit der Elektrik) eine der hauptsächlichen Schwachstellen des Fahrzeugs. Bei der Begutachtung eines Fahrzeugs vor dem Kauf ist darauf zu achten, nicht nur den derzeitigen Zustand des Kühlsystems zu beurteilen, sondern von der Fahrzeuggeschichte her auf bereits vorhandene Motor- oder Automatikgetriebeschäden zu schließen. Die Probleme mit dem richtigen Anschluß des Kühlerventilatorenrelais, der Drehrichtung und des potentiellen Festfressens der Ventilatoren, sowie der Versagen des „Fan fail module" wurden weiter oben schon an anderer Stelle beschrieben, so daß hier nur die darüber hinausgehenden Schwachstellen erwähnt werden sollen.

Lecks im Kühlsystem am Motor.

Unterhalb des Einlaßkrümmers oben auf dem Motor befinden sich vier Wasserschläuche, welche die Wasserpumpe und Zylinderköpfe verbinden. Diese Schläuche werden nach ca. Zwei bis drei Jahren porös und lassen Kühlmittel unter Druck entweichen, so daß außen am Motor irgendein Leck offensichtlich ist. Der Kühlmittelstand nimmt kontinuierlich ab, bis Überhitzungsschäden an den Zylinderköpfen auftreten. Zur Nachprüfung nehme man einen Langen Schraubenzieher und taste das „V" zwischen den Zylinderköpfen und unterhalb des Einlaßkrümmers ab – wenn der Schraubenzieher feucht heraufkommt, müssen die Schläuche ersetzt werden.

Risse im Überlaufgefäß

Das Überlaufgefäß für das Kühlmittel (hinten rechts im Motorraum) besteht aus einem Kunststoff, der nach ein paar Jahren brüchig wird. Manche Gefäße lecken langsam aus Rissen, andere platzen plötzlich - defekt werden schließlich aber alle. Im Handel gibt es ein Überlaufgefäß aus Aluminium, das hält. Ein Fahrzeug das damit noch nicht ausgerüstet ist, sollte auf jeden Fall nachgerüstet werden, da das Platzen des Orginalgefäßes bei den Drücken und Temperaturen im Kühlsystem wie sie bei Fahrten mit hoher Geschwindigkeit in Deutschland wahrscheinlich sind, nur eine frage der Zeit ist. Desweiteren sollte man bedenken das, das eigentlich Platzen des Gefäßes währen der Fahrt erst dann bemerkt wird wenn der Motor bereits Schaden genommen hat.

i. Elektrik

Aufgrund der Glasfaserkonstruktion des Fahrzeugs sind gute Masseverbindungen von größter Wichtigkeit. Leider wird das epoxidbeschichtete Chassis als Masseverbindung vom Heck, wo Motor und Lichtmaschine liegen, zur Fahrzeugmitte, wo das Minuskabel der Batterie an der Befestigungsschraube für den rechten hinteren Längslenker befestigt ist, und zum Fahrzeugvorderteil, wo viele der großen Stromverbraucher (Scheinwerfer, Kühlerventilatoren, Heizungsgebläse) liegen, benutzt. Beim Festschraubender diversen Masseverbindungen wurde oft die Epoxidbeschichtung unzulänglich vom Chassis entfernt, so daß dort hohe Übergangswiederstände entstehen. Zusätzlich liegen einige dieser Verbindungen relativ ungeschützt im Spritzwasser, was durch Korrosion diese Übergangswiderstände noch erhöht. Ein typisches Merkmal für schlechte Masseverbindungen ist ein Zucken der Drehzalmessernadel wenn die Klimaanlage ein- und ausschaltet, sowie ein rapides Absinken der Voltmeteranzeige bei Einschalten der Scheinwerfer und Klimaanlage. Wenn dies nicht schon geschehen ist, so läßt sich Abhilfe dadurch schaffen, daß ein dickes Kabel vom Querschnitt eines Batterie Kabels von der vorderen Hauptmasseverbindung an der linken Kühlerbefestigung nach hinten an das rechte Motorlager (auf der Motor-, nicht auf der Chassisseite) geführt wird. Eine zweite Verbindung sollte direkt vom Minuspol der Batterie an dieselbe Stelle gelegt werden - dies läßt normalerweise alle Symptome verschwinden.

Defekte Fensterheber

Die Fensterheber des DMC-12 sind mechanisch zu schwach zu dimensioniert, so daß einige der dabei verwendeten Nylonteile früher oder später brechen und es unmöglich machen, das Seitenfenster zu schließen. Wenn keine entsprechenden Rechnungen vorliegen, kann der verwendete Typ nur identifiziert werden, Indem man die Türverkleidung entfernt und nachsieht, ob dort wo der Fensterhebermotor mit der Führung für die Spirale verbunden ist, Nylon verwendet wird, a, alten Typ sind viele Teile aus Nylon, am neuen Typ wird nur Metall verwendet.

Defekte Türschloßmagneten

Die Türschloßmagneten sind ebenfalls zu schwach dimensioniert, und sorgen durch Kurzschluß für ein regelmäßiges Leerlaufen der Batterie. Wenn sie nicht schon ersetzt worden sind, sollten die Orginalmagneten durch eine Verstärkte Version ersetzt werden.

Radioantenne

Fall bei einem älteren Fahrzeug nicht schon vorhanden, sollte die automatische Motorantenne am Fahrzeugheck angebracht werden. Der Einbau dauert ca. 2 Std.

Lautsprecher

Die Original Lautsprecher sind, ebenso wie das Radio, ein relativ billiges Fabrikat. Viele fangen nach einiger Laufzeit bei hoher Lautstärker wegen thermischer Einwirkung an zu kratzen. Man sollte damit rechnen, sie ersetzten zu müssen. (Aus Originalitätsgründen und wegen des Sammlerwerts sollte man überlegen ob man das Radio wirklich austauscht)

Klimaanlagenschalter

Der Schalter für die Heizung und Klimaanlage sollte auf Funktion geprüft werden, die meisten Schalter werden nach einigen Jahren undicht und können den Unterdruck nicht mehr halten.

Rückleuchten

Wenn eine der Rückleuchten nicht geht, so liegt dies oft nicht an einer defekten Birne, sondern an Korrosion. In diesem Fall müssen die Rückleuchten entfernt, die Leiterbahnen und Fassungen gereinigt, und das Ganze wieder zusammengebaut werden.

Copyright © Delorean Site Deutschland, Michael Reinemuth, www.delorean.de