Der Kupplungsnehmerzylinder (Slave Clutch Cylinder)

Es ist bekannt daß, das Kupplungssystem des DeLorean nicht gerade durch seine Standfestigkeit glänzt. Der Fehler äußert sich immer gleich, die Kupplung trennt auch bei durchgetretenem Pedal nicht mehr. Beim überprüfen des Kupplungsflüssigkeitsbehälters stellt man fest das dieser leer. Meist bemerkt man bereits vorher das sich im Bereich des Motors, immer wieder Flecken auf dem Boden bilden. Die häufigste Fehlerquelle stellt der hintere Kupplungsnehmerzylinder dar. Meist wird dessen Kolbendichtung undicht, oder die Wandung ist zerfressen, so kann die Kupplungsflüssigkeit bis zur Vollständigen Entleerung austreten.

Sollte dieser Fehler auftreten sollte man den Kupplungsnehmerzylinder schnellst möglich austauschen. Nicht nur weil man bei der nächstmöglichen unglücklichen Situation ohne Kupplung da stehen kann, sondern auch weil die Kupplungsflüssigkeit hochgradig Umweltschädlich ist. Außerdem zerfrißt die am Zentralrahmen des Wagens herunterlaufende Flüssigkeit dessen Kunstharzbeschichtung, sowie alles Kunststoff, innerhalb kürzester Zeit, was enormen Schaden anrichten kann.

Die beste Übersicht über das Kupplungssystem erhält man im Ersatzteile Handbuch in Kapitel 4/4/1.

Material:
Kupplungsnehmerzylinder
Kupplungsflüssigkeit DOT4 (auch Bremsflüssigkeit)
Kupferdichtring

Aus- und Wiedereinbau

Das wechseln des Kupplungszylinder ist eigentlich keine schwierige Sache, leider ist die Zugänglichkeit derartig katastrophal schlecht, das man hierzu mehrere Stunden einplanen sollte. Desweiteren sollte man in einigen Situationen einen Helfer zur Verfügung haben.

Zuerst sollte man die Motorhaube abbauen. Dazu entfernt man die vier Befestigungsschrauben der Haube sowie die beiden der Federspange. Ist dies geschafft sollte man die Heckmaske (Fascia) abdecken, um sie vor zerkratzen zu schützen. Den Motor an sich deckt man am besten mit einer Holzplatte soweit ab, daß ein Spalt zwischen Einspritzanlage und Feuerwand frei bleibt, durch diesen man dann arbeiten kann. Die Holzplatte dient dazu das man sich ohne Probleme auf den Motor legen kann, ohne eventuell unabsichtlich einige Leitungen abzureißen, oder etwas anders zu beschädigen. Der Wagen sollte während der Arbeiten auf einer Grube stehen, damit man von oben und von unten Arbeiten kann.

Um später beim Einbau des neuen Zylinders weniger Probleme zu haben beginnt man mit der Demontage der Kupplungsleitung (6) von unten. Zuerst löst man die Verschraubung zwischen der Kupplungsleitung (6) und dem Verbindungsstück (7). Jetzt löst man die andere Verschraubung der Kupplungsleitung (6) zu dem Adapterstück (5). Achtung! Der Adapter muß dabei unbedingt festgehalten werden (am besten von oben), da sich sonst der Adapter mitdrehen würde, und man der Kupplungsleitung sonst den Hals abdreht. Da man die Verschraubung nicht sehen kann, ist es zu spät bis man es bemerkt. Von oben kann man jetzt ebenfalls im Blindflug die beiden Schrauben lösen, die den Kupplungsnehmerzylinder (3) am Getriebe befestigen. Jetzt muß man das gute Stück mehr oder weniger gut herausfummeln. Das Adapterstück (5) sollte jetzt mit einer neuen Kupferdichtung (29) an den neuen Kupplungsnehmerzylinder geschraubt werden.

Nun kann der neue Kupplungszylinder montiert werden (fummelig). Sitzt der Zylinder endlich, und sind die Befestigungsschrauben wieder fest, muß die Kupplungsleitung (6) wieder von unter am Kupplungszylinder verschraubt werden. Danach verschraubt man die Kupplungsleitung wieder mit dem Verbindungsstück (7), der Einfachheit wegen kann man dazu auch den Haltewinkel (8) lösen, und danach wieder verschrauben.

Jetzt kann man den Kupplungsflüssigkeitsbehälter wieder mit DOT4 auffüllen, und die Kupplung mit der Entlüftungsschraube am Kupplungsnehmerzylinder entlüften. Dazu bringt man an diese am besten etwas durchsichtigen Schlauch an, dessen Ende man in die restliche Flüssigkeit im DOT4 Behälter hängt. Dazu muß natürlich der Helfer in bekannter weise die Kupplung betätigen.

Ist die Kupplung entlüftet kann die Motorhaube wieder montiert werden.

Anmerkung: Alles das hört sich sehr einfach an, und ist es eigentlich auch. Da man allerdings fast alles blind erledigen muß, und leider keine Finger mit Kugelkopfgelenk hat, zieht sich das ganze sehr in die Länge. Bleibt nur dazu zu sagen das der Erfinder dieser Konstruktion noch heute dafür bestraft werden müßte.

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