Das Gold am Ende des Regenbogens



Sondermodelle sind in der Automobilbranche nichts Ungewöhnliches. Aber die wohl exklusivsten und einzigartigsten kamen von der DeLorean Motor Company. Die „goldenen" DeLorean Sports Cars sind in der Automobilgeschichte bis heute einmalig.

Die Idee dazu stammte aus dem Jahr 1979. Auf der Suche nach einem besonderen Promotion Highlight arbeitete DeLorean mit American Express an einer bisher einmaligen Kampagne für deren Goldcard. Man beschloss eine kleine Serie von bis zu maximal einhundert Fahrzeugen exklusiv für American Express aufzulegen. Als einzigartiges Highlight sollten deren Karosserien eine 24 Karat Gold Beschichtung tragen und deren Innenraum mit feinstem Collony-Leder ausgeschlagen werden.

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American Express warben in ihrem Weihnachtskatalog 1981 mit dieser Anzeige für dieses ganz besonders „exklusive“ Weihnachtsgeschenk. Sicher keine Untertreibung.

Zu Weihnachten 1981 war es soweit, American Express bot die Fahrzeuge in ihrem Weihnachtskatalog an. Bestellen und bezahlen konnte man ausschließlich mit der Goldenen American Express Karte. Der Verkaufspreis betrug 85.000 Dollar (damals etwa doppelt so teuer wie ein Ferrari). Bei Bestellung musste eine Anzahlung von 10.000 Dollar sofort geleistet werden. Insgesamt drei dieser einzigartigen Fahrzeuge wurden gebaut.

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Im National Transportation Museum in Reno offenbart der erste gebaute "Goldene" seine ganze Pracht.
Ein noch exklusiveres Fahrzeug kann man sich schwer vorstellen. Gut zu sehen ist hier die von der Serie abweichende beige Lederausstattung.


Die ersten beiden (VIN:4300-4301) wurden über den American Express Geschenkkatalog verkauft. Der dritte Wagen (VIN:20105) entstand erst nach dem Konkurs der DeLorean Motor Company aus Teilen, die für die ersten beiden als Ersatzteile zurückbehalten wurden. Dieser DeLorean war der letzte Wagen der das Fließband in Nordirland verließ. Alle drei Fahrzeuge existieren noch und befinden sich heute in den USA. Die beiden American Express Fahrzeuge haben nie Straßenkilometer gesammelt. Der erste der beiden (VIN:4300) steht heute im National Transportation Museum in Reno.

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Einzigartige Kulisse: Der zweite gebaute „goldene", stand in einem Glastresor im Foyer der Snyder Bank in Texas. Ein Blick in den „Snyder" DeLorean: Er besitzt ungewöhnlicherweise eine schwarze Innenausstattung

Der Geschichte des zweiten (VIN:4301) ist beinahe so unglaublich wie die des DeLorean selbst. Der Direktor der Snyder Bank in Texas kaufte ihn und stellte ihn in einem gläsernen Tresor ins Foyer seiner Bank. Snyder, heute eine aussterbende Stadt, war damals eine Hochburg des amerikanischen Erdölbooms.

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Heute ohne gläsernen Tresor, aber nicht minder spannend. Der Snyder-DeLorean ist heute eines der Highlights des Peterson Automobil Museum in Los Angeles. (Foto: Michael Grobe)

Auch nach dem Tod des Eigentümers stand der Wagen weiterhin in seinem gläsernen Tresor. Sein Testament besagte, dass der Wagen weder bewegt noch verkauft werden darf bevor nicht sein jüngster Enkel 30 Jahre alt geworden ist. Seit dem Jahr 2003 steht der Wagen als Leihgabe im Peterson Automobil Museum in Los Angeles.

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Goldiges Spielzeug: Der letzte gebaute DeLorean ist ebenfalls Golden, und entstand aus noch vorhandenen Teilen. Ein prachtvoller Anblick: Der Innenraum ist mit herrlichem Collony-Leder ausgeschlagen.

Der letzte goldene DeLorean (VIN:20105) hat eine bewegtere Geschichte. Er ging zuerst in den Besitz des Geschäftsführers der Firma über, die die Konkursmasse der DeLorean Motor Company kaufte. Dieser Wagen wurde tatsächlich im Straßenverkehr bewegt und wechselte bis heute mehrmals den Besitzer.

Hintergrund


Das deutschsprachige Original.
Faszination pur seit 1996.

Viele deutsche Unternehmen waren Zulieferer oder Entwicklungspartner der DeLorean Motor Company. So auch beim Projekt der "Goldcard" DeLorean.

In Degussa fand man den richtigen Partner. Im September 1981 startete das Projekt. Einzig zu diesem Zweck wurden 2.500 Liter Goldelektrolyt angesetzt. In einem großen Galvanoautomaten erfolgte nach einer gründlichen händischen Vorbehandlung die Direktvergoldung der gebürsteten Edelstahlteile.

Die Goldauflage beträgt 2,5 μm, das entspricht bei acht Karosserieteilen pro Fahrzeug 800g Gold.
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