Auto Zeitung - 2 März 1981 - Heft 5, Seite 42-44 
Neuheit - De Lorean DMC 12
Traum zum Anfassen 

Zunächst existierte der Wagen nur in der Phantasie eines GM-Managers. Jetzt entsteht er in Kleinserie

Offizielle Europa-Premiere feierte in diesen Tagen anläßlich des Genfer Automobilsalons der DMC 12 - ein zweisitziger Sportwagen aus Nordirland. Nun wäre das Auftauchen des Exoten aus Großbritannien nicht weiter erwähnenswert, sind solche Typen doch schon in der Vergangenheit mit schðner Regelmäßigkeit erschienen und ebenso schnell wieder in der Versenkung verschwunden, wenn nicht John Z. De Lorean hinter dem DMC 12 steckte.

John Z. De Lorean ehemaliger Vize-Präsident von General Motors, baut jetzt den DMC Der Zentralrahmen läuft vorn und hinten V-fðrmig aus

De Lorean, ehemals Vize-Präsident von General Motors, schied nicht zuletzt deswegen bei GM aus, um einen Sportwagen nach eigenen Vorstellungen bauen zu kðnnen. Offensichtlich war allein sein Name Bürgschaft genug für reichlich Kredite. 350 amerikanische Händler, die künftig den DMC 12 vertreiben wollen, engagierten sich finanziell am De Lorean-Projekt. Und die britische Regierung steckte bisher 365 Millionen Mark in den Aufbau der hochmodernen Fabrik-Anlagen an der Peripherie von Belfast. Eine Art Arbeitsbeschaffungsprogramm förs Krisengeschüttelte Nordirland.

Die Produktion des DMC 12 begann im vergangenen Dezember. Zur Zeit werden 6 Fahrzeuge pro Tag gebaut. Vorläufiges Endziel sind 80 Einheiten pro Tag. Zunächst geht die ganze Produktion in die USA, wo der Wagen rund 25 000 Dollar (etwa 53.000 DM) kostet. Voraussichtlich im nächsten Jahr beginnt der Export auf den europäischen Kontinent.

Der DMC 12 bietet ungewðhnliche Technik . Als Chassis dient ein Zentralrahmen, der sich nach vorn wie hinten in V-Form ðffnet. Im vorderen V sitzt der 60-Liter-Tank, im hinteren V der Motor.

Der DMC ist 4,27 m lang, 1,85 breit, 1,17 m hoch und wiegt 1065 kg. Die Karosserie besteht aus Kunststoff

Dieser V6-Motor gleicht technisch dem des Renault 30 TX, wurde jedoch in Details modifiziert. Er hat 2850 cmÌ Hubraum, ist 8,8:1 verdichtet und bekommt sein Gemisch von einer Bosch K-Jetronic aufbereitet. Die Kraftübertragung erfolgt wahlweise per Fünfgang- oder Automatikgetriebe. Der Motor liegt hinter der Hinterachse, davor das Getriebe. Daraus ergibt sich eine Gewichtsverteilung von 35 zu 65 Prozent.

Im Vorderwagen machen sich auûer dem Kunstoff-Tank der Kühler mit zwei elektrisch betriebenen Ventilatoren und das Notrad breit. Der Wagen ist 4267 mm lang. 1854 mm breit und 1168 mm hoch (Porsche 928: 1450 mm). Der Radstand beträgt 2410 mm, dir Spur vorn 1661 mm, hinten 1593 mm. Die Einzelradaufhängung besteht vorn aus ungleich langen Dreieckslenkern, hinten aus Querlenkern. Dazu gibts konventionelle Schraubenfedern und Teleskopstoßdämpfer. Für die Straßenlage zeichnet übrigens Lotus mitverantwortlich. Verzðgerungsaufgaben übernehmen Scheibenbremsen rundum. Der DMC 12 bietet zwei Personen Platz, eine 2+2-Version ist jedoch schon in Arbeit, ebenso ein Turbomotor. Alle tragenden Teile sowie die Auspuffanlage sind aus nichtrostendem Stahl gefertigt. Statt Stoßstangen sollen verformbare Polyurethan-Elemente die Kunstoff-Karosse vor leichten Prellungen bewahren.

Alle tragenden Teile bestehen aus nichtrostendem Stahl Derzeit werden sechs Autos pro Arbeitstag gebaut

Wie schon den Mercedes-Veteranen 300 SL kennzeichnen auch den frischbackenen DMC 12 nach oben schwenkende Flügeltüren. Nichtrostende Stahlfedern erleichtern die Öffnungsarbeit.

Der Innenraum mit komfortablen Sitzen wirkt geschmackvoll eingerichtet. Ein Teil der Seitentürscheiben läßt sich elektrisch bewegen, der größere Teil allerdings steht starr. Zur Serienausstattung gehðren eine Klimaanlage und die vom Lamborghini Miura her bekannten Schuppenlamellen an der Heckscheibe.

Wie man sieht, ist der langgehegte Wunschtraum des Mister De Lorean handfeste Wirklichkeit geworden. Wunder gibt es halt immer wieder. . .

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