Startprobleme - Das Treibstoff System

Das Treibstoffsystem ist eine der bekanntesten Fehlerquellen des DeLorean. Das rührt meist daher das die Fahrzeuge meist auch über viele Jahre nicht gefahren sondern „Gelagert" wurden. Meist machen sich Probleme mit der Treibstoffversorgung mit schlechtem ( oder im härte Fall gar keinem ) Startverhalten bei kaltem, oder extremen Startschwierigkeiten bei warmen Motor (die bei abkühlendem Motor abklingen ) auf sich Aufmerksam.

Bevor hier Probleme und Lösungen aufgezeigt werden, erst noch einige Grundlagen zum Treibstoffsystem des DeLorean. Bei der Treibstoffeinspritzanlage ( die ja ein teilbereich der Treibstoffversorgung ist ) handelt es sich um eine Bosch K-Jetronic mit Lambda Regelung. Fakten dazu gibt es in einem Buch der Robert Bosch GmbH mit dem Titel „Automotive Elektric / Electronic Systems" ( ISBN 1-560 91-596-X ) indem wirklich viele Details zu Einspritzung und auch verschiedenen anderen Bosch Systemen im DeLorean genau Erläutert werden.

Bitte nehmt euch zu den folgenden Beschreibungen das Parts Manual Kapitel 2 vor, das ihr in der DSD auch als Online Version Downloaden könnt. Die Explosionszeichnungen auf Section 2.1.0 erleichtern das Verstehen der Ausführungen ungemein.

Beginnend am Benzin Tank (44), drückt die Benzinpumpe (49) den Treibstoff mit ca. 75 psi aus dem Tank. Auf der Oberseite der Benzinpumpe sitzt ein Rückschlagventil ( check valve ). Bei der DeLorean Benzinpumpe ist das „check valve" fest in die Pumpe integriert, bei anderen Fahrzeugen liegt es meist separat ( Nachrüstung möglich ), das Rückschlagventil soll verhindern das bei Ausgeschaltetem Motor der Treibstoff zurück in den Tank läuft und so der Druck in den Benzinleitungen abfällt oder gar ( bei heißem Motor oder Wetter ) Benzindampf entsteht.

Das Benzin läuft weiter durch die Benzinleitungen und trifft dort etwa in der Mitte des Fahrzeugs auf den „fuel accumulator" (39). Der „Fuel Accumulator" sitzt in der Mitte des Wagens, in der Mittelkonsole zischen den beiden Sitzen und ist von der Unterseite des Wagens durch eine Öffnung Zugänglich. Bei „Fuel Accumulator" handelt es sich um einen „Benzindruck Speicher", der den von der Benzinpumpe aufgebauten Druck auch bei ausgeschalteter Pumpe halten soll. Man kann sich das vorstellen wie ein Zylinder mit einem Kolben und einer Feder, der die Feder mit dem Kolben wird bei Laufender Benzinpumpe zusammengepreßt, und gibt diesen dann bei ausgeschalteter Pumpe wieder ab. Der Druck bei ausgeschalteter Pumpe beträgt ca. 50 psi, und sollte 10 Min nach abschalten 25 psi nicht unterschreiten.

Nach dem „Fuel Accumulator" durchläuft der Treibstoff den Benzinfilter (27), bevor er dann auf den „Benzinverteiler" und die „Benzineinspritzung" trifft. Der Benzinfilter erfüllt auch eben diesen Zweck, und ist leicht als silberner Kanister, in der nähe der Achsschenkel ( bei den „Trailing Arm Bolts" ) auf der Fahrerseite zu erkennen. Vorsicht sollte man beim Austauschen des Benzinfilters walten lassen, der Filter sollte wie oben beschrieben normalerweise unter Druck stehen, also langsam den Druck ablassen sonst spritzt das Benzin Meterweit..

Alles weitere über das Treibstoffsystem zu erklären würde diesen Rahmen sprengen, deswegen hier nur noch kurz der Benzinverteiler und die Einspritzung. Der Benzinverteiler ( fuel distributor ) verteilt den angekommenen Kraftstoff an die 6 Einspritzdüsen, die sich bei einem Druck von 55 psi öffnen. Das Einspritzsystem überwacht den vom Benzinverteiler angelieferten Druck und Menge und führt überschüssigen Treibstoff zurück in den Benzintank.

Nun zurück zu den Problemen - Startschwierigkeiten bei warmen Motor. Die Benzinleitungen laufen durch die Mitte des Rahmens und den meisten Weg entlang der Kühlerleitungen. Die Kühlerleitungen heizen die Benzinleitungen stark auf, nur der Druck in der Benzinleitung hält den Triebstoff vom verdampfen ab. Dort liegt jetzt meist auch das Problem beim Warmstart, ist entweder das Rückschlagventil an der Benzinpumpe oder der „Fuel Accumulator" defekt, verdampft das Benzin in den Leitungen und die Benzinleitungen sind so quasi leer. Bei starten des Motor muß die Benzinpumpe so erst wieder Treibstoff vom Tank bis zum Verteiler pumpen, daraus resultiert das ewige „leiern". Fällt die Temperatur wieder, kondensiert das Benzin und der Wagen springt wieder an.

Ähnlich verhält sich die Problematik auch bei Startschwierigkeiten mit kaltem Motor. Dort fehlt meist auch der Druck in den Benzinleitungen, der durch längeres laufen der Benzinpumpe erst aufgebaut werden muß.

In 90% handelt es sich bei den Fehlerquellen nur um das Rückschlagventil oder den Accumulator, leider ist wie oben schon erwähnt im DeLorean Benzinpumpe und Rückschlagventil eine Einheit, uns so muß diese auch komplett getauscht werden. Eine Umrüstung auf eine Benzinpumpe mit getrenntem Rückschlagventil scheint hier vorteilhaft denn falls dieses Problem nochmals auftreten sollte, sind die Kosten wesentlich geringer ( Ich habe schon von DeLorean Besitzern gehört, die jetzt mit der „fünften" Benzinpumpe fahren ). Beim Austauschen des Accumulators sollte man besonders sorgfältig arbeiten, und möglichst auch eine Schutzbrille tragen. Da man an den Accumulator wie so vieles am DeLorean „besonders schlecht" und nur direkt von unten, durch ein kleines Loch zugänglich ist, läuft einem das Benzin meist mitten ins Gesicht.

Bei Fahrzeugen die lange gestanden sind sollte man überprüfen ob der Weichkunstoffteile (46) (47) in denen die Benzinpumpe sitzt noch in Ordnung sind. Oft kommt es vor das sich die Teile im laufe der Zeit langsam aufgelöst haben oder schon überhaupt nicht mehr vorhanden sind ( sollte man aber meist schon an dem ständigen Benzingeruch am vorderen Bereich des Wagens erkennen. Aber nachschauen kann ja nicht schaden. )

Natürlich gibt es zu guter letzt auch noch andere Fehlerquellen z.B. defekte Einspritzdüsen die nicht mehr richtig schließen und das Benzin so einfach in den Motor läuft, oder ein defekter Druck Regulator ( pressure regulator ) der ebenfalls nicht richtig schließt, und es so erlaubt das, das Benzin durch die Rückleitung wieder in den Tank läuft. Bei diesen Fehlern handelt es sich aber um die oben fehlenden 10% und kommen eigentlich sehr selten vor. Meistens hat man mit dem austauschen des Check Valve/Benzinpumpe oder dem Accumulator das Problem bereits fest im Griff.

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